Mut zur Regierungsverantwortung!

Grüne Bundestags-Kandidaten Kerstin Andreae und Ulrich Martin Drescher in Gundelfingen

Trotz Sommerferien und Abendgewitter zog das Thema „ Grüne Positionen und Perspektiven für Berlin“ viele Bürger von Zähringen bis ins Elztal nach Gundelfingen in´s „Rössle“ . Die Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen  in Baden-Württemberg, Kerstin Andreae war gekommen, um ihren Parteifreund Ulrich Martin Drescher, Direktkandidat im Wahlkreis 288  zu unterstützen. Drescher täte der Berliner Grünen Fraktion gut, warb  Andreae für seine Erststimme, „weil er wertvolle unternehmerische Erfahrungen in die Bundestagsfraktion einbringen kann durch die Verknüpfung von marktwirtschaftlichem Denken mit ökologisch-sozialen Komponenten“.
Der Grüne Pionier Unternehmer Drescher, wie er sich nennt, ist unter anderem Mitgründer des Unternehmerverbandes UnternehmensGrün und Mitglied im Aufsichtsrat der „Stromrebellen-Genossenschaft“ EWS Schönau. Drescher sprach sich für ein neues Gründerdenken aus, um ökologisch nachhaltige Ideen mit der Digitalisierung zu verbinden und so die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu erhalten. Es gälte, die drastische Veränderung aller Lebensbereiche selbst gestaltend in die Hand zu nehmen, ohne sich von Großkonzernen wie z.B. Google abhängig zu machen. Am Beispiel des Verkehrs der Zukunft sah er eine sparsamere und effizientere Nutzung der Mobilität auch durch automatisiertes Fahren voraus. Betroffen von der Klimaveränderung, wie sie jetzt in Überschwemmungen in Bangladesch und Texas wieder sichtbar werde, sprach er sich für eine dezentral Energiewende aus und eine Ernährungswende, die eine Lebensmittelversorgung vor Ort mit biologisch angebauten Produkten garantiere, um die bäuerlichen Betriebe  zu erhalten. 
Drescher ist auch Mitbegründer der Regionalwert-Bürgeraktiengesellschaft mit inzwischen 25 Partnerbetrieben „vom Acker bis aus den Teller“.  Auf der Landesliste nicht abgesichert, will er das Direktmandat „im schönsten und größten Wahlkreis zwischen Wildtal und Waldshut“ gewinnen, um Abgeordneter in Berlin zu werden.
Die Freiburger Bundestagskandidatin Kerstin Andreae kritisierte den Stillstand in ökologischen Innovationen  durch die Große Koalition, welche die CO2 Emissionen seit 2007 nicht zu senken im Stande war. Mit Braunkohlesubventionen wie bisher und ohne Mobilitätswende könne  das Klimaziel nicht erreicht werden.Verlierer des Klimawandels seien die Ärmeren, welche sich dann als Flüchtlinge zu uns auf den Weg machten. Um von China nicht weiter abgehängt zu werden, das schon heute die Ökologie als Jobmotor entdeckt hat, sei es erforderlich, dass wir uns wieder an die Spitze des technologischen Fortschritts setzen, einer Fertigkeit, die wir durch die Energiewende als Exportschlager ja auch bewiesen hätten. Dazu sei es aber erforderlich, dass die Politik Rahmenbedingungen setze, etwa durch das Ausstiegsdatum 2030 für die Neuzulassung von Verbrennungsmotoren. 
Andreae benannte auch das Thema soziale Gerechtigkeit als ein zentrales Thema für die Zukunft des Landes: Es sei nicht hinnehmbar, dass 2,5 Millionen Kinder in Deutschland durch Armut bedroht seien oder die Langzeitarbeitslosigkeit sich weiter verfestige. Es seien nicht Steuersenkungen für alle nötig, was den Wohlhabenden mehr nütze als den Ärmeren, sondern gezielt Hilfen für die Bedürftigen etwa durch das von den Grünen geforderte Familienbudget zur Entlastung der Familien.
Drescher und Andreae bekräftigten zum Schluss ihre Erwartung, dass nur durch eine Beteiligung der Grünen an der zukünftigen Bundesregierung die wichtigen sozialen und ökologischen Zukunftsfragen umgesetzt werden könnten.
Im Anschluss diskutierten die vierzig Teilnehmenden Fragen, Ergänzungen und Einwände.
Abgerundet wurde dieser Grüne Themenabend mit einem Film und Gesprächen zur Energiewende.

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