Die Frage der Zukunft der Gundelfinger Volkshochschule bewegt viele Menschen. Teilnehmende, die über Jahre hinweg gelernt, gelacht und Gemeinschaft erlebt haben. DozentInnen, die mit Leidenschaft ihr Wissen geteilt haben. Und BürgerInnen, die Bildung vor Ort immer als selbstverständlichen Bestandteil Ihres Ortes gesehen haben.
Doch so unverständlicher dieser Moment für die/den ein oder anderen ist – es muss nicht das Ende einer lebendigen Bildungslandschaft sein. Im Gegenteil: Er kann auch ein Neuanfang sein.
Eine VHS ist mehr als ihre Räume. Sie ist eine Idee: offene Bildung für alle, unabhängig von Alter, Herkunft oder Geldbeutel. Diese Idee lässt sich nicht einfach abschalten und viele GundelfingerInnen spüren gerade, wie wichtig sie ihnen geworden ist. Genau hierin liegt die Chance.
In der aktuellen Situation, in der die Finanzlage der Kommune deutlich schlechter ist als gewohnt, gilt das Prinzip, dass zunächst die Hilfe zur Selbsthilfe Vorrang gegenüber der Aufgabenübernahme durch die Kommune haben muss.
So sind gemeinnützige Sportvereine Selbsthilfe-Einrichtungen bürgerschaftlichen Engagements. Sie übernehmen Angebote im Bereich des Freizeit‑, Breiten- und Gesundheitssports und dort vor allem im präventiven Bereich. Nur wenn diese keine ausreichende Weiterbildungsangebote zu sozialverträglichen Preisen mehr anbieten können, muss die Kommune unterstützen.
Nicht sinnvoll und nicht mehr finanzierbar ist jedoch eine öffentliche Förderung von Doppelstrukturen. In der jetzigen Situation sollte die Gemeinde daher bestehende gemeinnützige Vereine, seien es Sport‑, Kulturvereine oder den ortsansässige Bürgertreff unterstützen. Dies könnte zunächst z.B. in Form einer Plattform für Anmeldungen und Nutzung der Räumlichkeiten erfolgen.
Jetzt ist der Moment für neue Allianzen. Wenn die bisherige Struktur der VHS wegfällt, kann dadurch Raum für Neues entstehen. Die Frage ist dann nicht »Warum ist es passiert?«, sondern: »Was können wir jetzt daraus machen?«
Lasst uns darüber gemeinsam nachdenken, lasst uns gemeinsam Ideen entwickeln, um Bildung in Gundelfingen flexibler, moderner und weiterhin zugänglich zu machen.
Dr. Beate Fischer-Wackes, GRÜNE Fraktion im Gemeinderat