Lebenswertes Gundelfingen

Grün­flä­chen, Wie­sen­spiel­plät­ze, alte Bäu­me: ein lebens­wer­tes Wohn­um­feld braucht dies und wir set­zen uns für deren Erhalt ein, wo immer es nur geht. Denn es ist essen­zi­ell für ein lebens­wer­tes Kli­ma in der Gemein­de, im dop­pel­ten Wort­sin­ne  – im Orts­kern, aber durch­aus auch am Ran­de Gundelfingens.

Und was ist mit den Plä­nen zum Neu­bau­ge­biet Näge­le­see Nord? 

Die geplan­te Bebau­ung Ist Ergeb­nis einer wohl­durch­dach­ten Güter­ab­wä­gung: wir haben auf der einen Sei­te ein Stück Kul­tur­land­schaft, in Form einer land­wirt­schaft­li­chen Brach­flä­che und auf der ande­ren Sei­te den drin­gen­den Bedarf an Wohnraum.

Wel­chen öko­lo­gi­schen Wert hat die­se Flä­che? Was nützt sie der Land­wirt­schaft? Ist ihre Funk­ti­on als sozia­ler Treff­punkt unersetzlich? 

Zuerst ein­mal fal­len die drei gro­ßen alten Bäu­me auf, die ohne Fra­ge erhal­tens­wert sind. Ins­be­son­de­re im Zusam­men­hang mit der Tat­sa­che, dass aus dem Orts­bild suk­zes­si­ve alles Grü­ne nach und nach ver­schwin­det, ist dies ein Verlust.

Ob die nen­nens­wer­te Wie­sen­flä­che einen hohen öko­lo­gi­schen Wert, oder eine gro­ße Bedeu­tung als land­wirt­schaft­li­che Nutz­flä­che hat, wagen wir zu bezweifeln.

Unse­rer Mei­nung nach geht in ers­ter Linie eine nur etwa 50.000 Qua­drat­me­ter gro­ße Ver­si­cke­rungs­flä­che ver­lo­ren, die nun ein­mal der Preis ist für eine not­wen­di­ge Bebau­ung. Es ist der Preis, uns in die Lage zu ver­set­zen, Wohn­raum zu schaf­fen, Woh­nun­gen für Men­schen aller Alters­grup­pen und sozia­ler Schich­ten, so wol­len wir es. Woh­nun­gen für Klein­ge­wer­be, Kin­der­gar­ten, Mehr­ge­nera­tio­nen­woh­nen und sozia­le Treff­punk­te, wie etwa einen Spiel­platz. Die­se Bedar­fe bestehen. Sie sind groß. Und der Bedarf wächst über die geschaf­fe­nen Mög­lich­kei­ten der Ver­dich­tung auf den bereits vor­han­de­nen Flä­chen hin­aus. Vie­le Gun­del­fin­ger muss­ten unse­ren Ort in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ver­las­sen, weil sie hier kei­ne Woh­nung mehr fin­den konn­ten, etwa, wenn sie bei den Eltern aus­zie­hen woll­ten oder sel­ber Fami­li­en gegrün­det haben.

Fazit: Auch weni­ger wert­vol­le Natur­flä­chen dür­fen nur in der Not geop­fert wer­den. Doch wir haben Not, Woh­nungs­not. Eine Not die zum Han­deln zwingt. 

Wir ste­hen für den Kampf um den Erhalt unse­rer natür­li­chen Lebens­grund­la­gen. Jeder kri­ti­sche und kon­struk­ti­ve Bei­trag zur Bewäl­ti­gung der Auf­ga­be, wie die Men­schen unse­rer Gemein­de bes­ser im Ein­klang mit der Natur leben kön­nen, ist uns will­kom­men. Denn nur mit die­sem lösungs­ori­en­tier­ten Han­deln kön­nen wir als Gemein­schaft vor den aktu­el­len Her­aus­for­de­run­gen bestehen, so etwa mit den Her­aus­for­de­run­gen der Bekämp­fung der Woh­nungs­not und des Kli­ma­wan­dels und den sich dar­aus erge­be­nen Wider­sprü­chen. Es ist ein aus­ge­spro­chen schwe­res Unter­fan­gen, hier den rich­ti­gen Weg zu finden.

Recht leicht dage­gen ist es, sich über die Ver­sieg­lung von Flä­chen durch ein neu­es Bau­ge­biet zu empö­ren, wenn man sel­ber kei­nen sol­chen Bedarf hat. Ein lebens­wer­tes Gun­del­fin­gen lebt aber auch – und vor allem – durch ein Mit­ein­an­der, und damit auch durch ein soli­da­ri­sches Ver­hal­ten gegen­über jenen, die unter eben­so lebens­wer­ten Ver­hält­nis­sen woh­nen möch­ten, wie wir.

Frak­ti­on Bünd­nis 90/ Die Grünen