In der letzten Gemeinderatssitzung überraschte uns die Fraktion der Freien Wähler mit dem kurzfristig eingebrachten Antrag, Spenden für mehr Stadtbäume in Gundelfingen zu sammeln. Was auf den ersten Blick gut klingt, hat auf den zweiten Blick gerade zum jetzigen Zeitpunkt ein Geschmäckle.
Aktuell geht es darum, ob die Gemeinde die bereits zugesagten Fördergelder für eine Klima- und Hitzeschutzanpassung des Sonneplatzes in Anspruch nimmt oder nicht. Bisher waren die Freien Wähler hier sehr kritisch. Auch wenn es hier nur um einige wenige Bäume geht, wäre das doch ein sehr konkreter Beitrag zur aus Natur‑, Hitze- und Klimaschutzgründen selbstverständlich angezeigten Begrünung unserer Gemeinde. Wenn das eine abgelehnt wird, und stattdessen eine Spendensammelaktion mit unbekannter Wirksamkeit gestartet werden soll, dann erinnert das doch sehr an das Verhalten bei der Straßenbahn: der ehrenamtliche Bürgerbus ist eine feine Sache, aber sicher kein Ersatz für die abgelehnte Bahn durchs Dorf. Insofern fordern wir die Kolleginnen und Kollegen auf: gebt euch einen Ruck und tragt die Umgestaltung des Sonneplatzes mit!
Dann sind wir auch gerne beim Stadtbaumprojekt dabei – auch im Sinne unserer Fraktionstradition, ausscheidende Gemeinderäte und ‑rätinnen mit Baumpflanzungen zu ehren, wie zuletzt 2024 im Bossertgarten. Wir würden den Antrag der Freien Wähler dann um drei Punkte ergänzen und dazu einen Antrag einbringen. Das ist erstens eine Baumschutzsatzung, um die bestehenden Bäume in Gundelfingen und Wildtal zu schützen. Unsere Anträge dazu wurden bisher vertagt. Zweitens greift Begrünung zu kurz, wenn sie bei Bäumen stehen bleibt. Es sollte deswegen klargestellt werden, dass auch Fassadenbegrünungen aus dem von den Freien Wählern geforderten Topf finanziert werden sollen. Und drittens sollte klargestellt werden, dass es vorrangig um Pflanzungen im bebauten Gebiet geht – ein neues Wäldchen außerorts hilft wenig für Hitzeschutz und Wasserretention im Ortskern.
Gundelfingen hat viele in Sachen Natur sachkundige Bürgerinnen und Bürger. Auch der hiesige BUND ist hier sehr rührig. Entsprechend wichtig und hilfreich sind Hinweise aus der Bevölkerung darauf, wo im Ort auf gemeindeeigenen Flächen vorrangig Natur- und Hitzeschutz durch Begrünung angegangen werden soll.
Dr. Matthias Schmidt-Eule für die grüne Fraktion